Gefahrguteinsatz / Minslebener Straße in Halberstadt

Hilfeleistung

Am 26.05.2019 kam es gegen 00:30 Uhr zu einer Explosion in einem Einfamilienhaus in der Minslebener Straße in Halberstadt. Der Bewohner des Hauses, ein 43-jähriger Mann, wurde dabei schwer verletzt.
Das Haus ist äußerlich nicht beschädigt.
Es kam jedoch zu Beschädigung in den Räumen des Hauses.
Im Haus konnten durch Kräfte der Polizei umfangreiche Chemikalien festgestellt werden, die dem ersten Anschein nach, als gefährlich und explosiv eingestuft wurden.
Auf Ersuchen der Polizei wurde die Feuerwehr nachgefordert.

Zunächst war lediglich der Einsatzleitdienst mit der Hauptberuflichen Wachbereitschaft und die Besatzung des Einsatzleitwagens im Einsatz. Ebenfalls im ersten Abmarsch war der Fachdienstführer ABC.
Der Einsatz der Feuerwehr baute sich mit der Zeit weiter auf, d.h. es wurden immer weitere Kräfte nachgefordert, Einsatzabschnitte gebildet und Verantwortlichkeiten geklärt.
Im späteren Verlauf wurde seitens der Stadt Halberstadt und des Landkreis ein Krisenstab eingerichtet. Der Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SaE) der Stadt HBS fand sich in der Feuerwache ein und stand in ständigem Kontakt mit der Einsatzleitung der Feuerwehr und dem Stab des Landkreises.

Um den Ereignisort wurde ein Sperrbereich von 50 Metern eingerichtet. In einem Radius von 300 Metern wurde das Wohngebiet evakuiert.
Die Evakuierungsmaßnahmen begannen 10:45 Uhr und konnten in den späten Nachmittagsstunden abgeschlossen werden.
Spezialkräfte des Landeskriminalamtes haben im Zusammenwirken mit Spezialkräften der Feuerwehr die Erprobung der Stoffe durchgeführt.
Im Einsatzverlauf kamen immer mehr unbekannte Stoffe zum Tragen, sodass das IBK Heyrothsberge mit Messtechnik sowie der Fachdienst ABC der Stadt Braunschweig mit Stefan Paul hinzugezogen wurde. Die Kameraden aus Braunschweig brachten weitere Schutzanzüge, da die eigenen Kapazitäten zu neige gingen.

Zeitgleich waren vier Analyse- und eine Dokumentationsstrecke im Einsatz, sodass mittels FTIR und Raman sowie einfacher Stoffanalytik die meisten Proben identifiziert und kategorisiert werden konnten. Anschließend übernahmen die Kollegen der Polizei die Proben und führten die weiteren Untersuchungen in den jeweiligen Dezernaten durch.

Es waren durchschnittlich 100 Beamte der Polizei sowie über 110 Kameraden der Feuerwehr im Einsatz.

Da die Untersuchungen bis in die Nacht andauerten und eine Gefährdung weiterhin nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde die Evakuierung für das Wohngebiet aufrechterhalten.
Die evakuierten Anwohner kamen für die Nacht in den Notunterkünften des Freizeit- und Sportzentrums (FSZ) in der Gebrüder-Rehse-Straße in Halberstadt unter. Dort wurden Feldbetten in ausreichender Menge aufgestellt. Einsatzkräfte vor Ort kümmerten sich um die Ankommenden.

Für die Versorgung der Einsatzkräfte kümmerte sich zunächst die Versorgungsgruppe der Stadtfeuerwehr Halberstadt, später, aufgrund der Erhöhung der Einsatzkräfte und der nötigen Versorgung der Bürger, der Fachdienst Logistik des Landkreises.

Gegen 03:00 Uhr morgens waren alle Stoffproben identifiziert oder als unbedenklich eingestuft, sodass der Einsatzbereich verkleinert werden und der Fachdienst ABC seinen Einsatz zurückbauen konnte. Ebenso unterstützte die Dekon-Einheit des benachbarten Fachdienst
ABC aus dem Salzlandkreis (Feuerwehr Hoym).

Einsatzort: Minslebener Straße in Halberstadt

Datum: 26/05/2019

Einsatznummer (FF HBS): 69

Alarmierungszeit: 04:16:00

Alarmierungsart: Funkmeldeemfänger

Alarmierte Kräfte: Hauptberufliche Wachbereitschaft, ELW-Gruppe, Einsatzleitdienst, , FF Blankenburg, FF Derenburg, FF Langenstein, FF Klein Quenstedt, FF Emersleben, FF Ströbeck, FF Sargstedt, FF Aspenstedt, FF Athenstedt

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