{"id":248,"date":"2019-06-26T07:42:40","date_gmt":"2019-06-26T05:42:40","guid":{"rendered":"http:\/\/relaunch.feuerwehr-halberstadt.de\/?page_id=248"},"modified":"2026-01-05T23:04:59","modified_gmt":"2026-01-05T22:04:59","slug":"historie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/?page_id=248","title":{"rendered":"Historie"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der &#8222;Feuerrettungsverein&#8220; zu Halberstadt<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color\">&#8222;Nachdem der seit dem Jahre 1814 hierselbst bestehende  Feuerrettungsverein, welcher die Rettung von Menschen und Effekten aus  den in Brand geratenen Geb\u00e4uden zum Zwecke hat, in der am 14. Oktober  gehaltenen Generalversammlung f\u00fcr die ausgeschiedenen Mitglieder neue  gew\u00e4hlt hat, so besteht nunmehro dieser so n\u00fctzliche Verein aus 33  Mitgliedern, deren jedem ein zuverl\u00e4ssiger Tr\u00e4ger beigeordnet ist.&#8220;<br><br>Halberstadt, den 9. November 1837<br>Der B\u00fcrgermeister v. Br\u00fcnken <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"369\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10164\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/1.jpg 369w, https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/1-231x300.jpg 231w\" sizes=\"auto, (max-width: 369px) 100vw, 369px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schrecken einer  Feuerstbrunst am 19. August 1840 in der K\u00fchlinger Stra\u00dfe. Hier wurden 5  H\u00e4user in Schutt und Asche gelegt. Nachgezeichnet von Walther Gemm.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>&#8222;Wenn in dunkler Nacht der ruhige B\u00fcrger durch Feuerruf aus dem  Schlafe geweckt, wenn die Feuers\u00e4ule, himmelhoch anstrebend, sein Geh\u00f6ft  bereits erfasst hat, dann erwartet er \u00e4ngstlich die H\u00fclfe seiner  Mitb\u00fcrger, und diese H\u00fclfe ist mir von Ihnen allen, von dem  Sch\u00fctzenverein, dem Rettungsverein, den Mannschaften des K\u00f6nigl. Hochl.  7. Cuirassier-Regiments und der L\u00f6schmannschaft in so reichlichem Ma\u00dfe  geworden; darum sage ich Ihnen allen meinen verbindlichsten Dank, und  bitte zugleich alle diejenigen, welche noch Sachen von mir in Besitz  haben sollten, mir dieselben bald m\u00f6glichst zu beh\u00e4ndigen, namentlich  fehlen mir noch 7 silberne Essl\u00f6ffel, 6 dergl. Theel\u00f6ffel, 1 gro\u00dfer  Suppenl\u00f6ffel, Zuckersieb und Zuckerzange.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Halberstadt, den 28. September 1852<br>Chr. Haushahn&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Indem ich allen diejenigen welche bei dem mich betroffenen  Brandungl\u00fcck mit ihrer aufopfernder H\u00fclfe mir, so freundlich  beigestanden, besonders dem verehrlichen Feuer-Rettungs-Verein f\u00fcr sein  umsichtiges Wirken, auf das Herzlichste danke, bitte ich zugleich  diejenigen, bei denen noch Sachen von mir geborgen sein sollten, mir  gef\u00e4lligst hiervon Nachricht geben zu wollen.<br>Heinrich Kleye&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Im &#8222;Intelligenzblatt&#8220; vom 9. September 1852 erl\u00e4\u00dft ein gewisser Br. unter der \u00dcberschrift &#8222;Feuer! &#8211; Feuer! &#8211; Feuer!&#8220; einen Aufruf zur Organisation des Feuerschutzes in Halberstadt.<br>Darin hei\u00dft es u.a.:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Wenn die Sturmglocke in finsterer Nacht die ruhende Stadt aufschreckt, wenn vom Winde getrieben die Flammen mit uners\u00e4ttlicher Gier sich von einem Geh\u00f6ft zum anderen, dritten und vierten verbreiten, wenn den hart Betroffenen kaum Zeit bleibt, den eigenen Leib zu retten, dann ihr M\u00e4nner ist es Zeit zu zeigen, dass ihr zur Hilfe br\u00fcderlich bereit seid. Doch die Kraft des Einzelnen geht unter im Gew\u00fchl, und was  der Eine gut macht, verdirbt oft der andere, wenn nicht Umsicht und gemeinsames Handeln die Kr\u00e4fte vereint. Das furchtbare Schauspiel lockt der m\u00fc\u00dfigen Gaffer viele herbei, je gr\u00f6\u00dfer die Not, Verwirrung und Flammen, desto mehr erg\u00f6tzt sich der schaulustige Haufe, doch anstatt die Hand zum leichtesten Dienste zu leihen, stehen sie hindernd im Wege und treten die Schl\u00e4uche mit F\u00fc\u00dfen. Gerettet wird Vieles, doch nicht erhalten, und oft w\u00e4re besser, es w\u00e4re verbrannt, wovon der Eigent\u00fcmer nur St\u00fccken, Scherben und Splitter in wilder Unordnung m\u00fchsam an vielen Orten zusammen suchen muss. Manches auch trefflich gerettet, sehr gut erhalten und ist doch nirgends zu finden. Das ist das Bild jener schrecklichen Stunden, welche unsere Stadt auch oft erlebt hat; ich sage erlebt hat, denn hoffentlich wird sich von nun an das Ganze anders gestalten, nachdem so viele wackere M\u00e4nner, mit Nichtachtung eigener Gefahr und Beschwerden, sich zu l\u00f6blichem Zwecke vereint und den &#8222;Feuer-Rettungs-Verein&#8220; gegr\u00fcndet haben. <br>Dankend m\u00f6ge das Publikum diese Verbindung ehren und sie auf jede nur m\u00f6gliche Weise kr\u00e4ftig  unterst\u00fctzen. Wohl z\u00e4hlt sie der Mitglieder viele, doch w\u00e4re eine noch allgemeinere Beteiligung zu w\u00fcnschen, zumal da leicht der Fall eintreten kann, dass bei gro\u00dfer Gefahr die Kr\u00e4fte erm\u00fcden und der Abl\u00f6sung bed\u00fcrfen.<br>Die treffliche Organisation l\u00e4sst eine durchgreifende erfolgreiche Wirksamkeit mit Sicherheit voraussehen. Aus diesem Grunde ist es umg\u00e4nglich notwendig, dass die angrenzenden  Stra\u00dfen der Brandst\u00e4tte abgesperrt werden, und nur denen Zutritt gestattet wird, welche sich durch die \u00e4u\u00dfere Abzeichnung als zur Gesellschaft geh\u00f6rig legitimieren. Es liegt im Prinzip des Rettungsvereins ebenfalls darauf zu halten, dass das L\u00f6schwesen mit der gr\u00f6\u00dften Ordnung und dem besten Erfolge ausge\u00fcbt werde, damit er dadurch in seinen Bestrebungen unterst\u00fctzt und nicht gen\u00f6tigt werde, um seine Funktionen nicht bis ins unbestimmte hinaus ausdehnen zu m\u00fcssen, sich selbst zur Beschaffung des Wassers zu bequemen, und die erm\u00fcdeten, ersch\u00f6pften Spritzenmannschaften durch seine Leute abzul\u00f6sen oder zu erg\u00e4nzen. Hieraus ist schon klar, in welch inniger Beziehung beide Anstalten zu einander stehen, und wie sie nur dann das H\u00f6chste leisten werden, wenn beide Hand in Hand gehen; aus diesem Grunde erscheint es sehr w\u00fcnschenswert, dass auch das Feuerl\u00f6schwesen eine durchgreifende, umfassende Reorganisation im Anschlu\u00df an den Feuer-Rettungs-Verein erf\u00fchre. <br><br>Es sind besonders zwei Punkte, die einer n\u00e4heren Beleuchtung  bed\u00fcrfen:<br>1. die Bedienung der Spritzen und <br>2. das Zubringen des Wassers.<br><br>Die Bedienung der Spritzen von eigens f\u00fcr diesen Zweck besoldeten Leuten scheint f\u00fcr den ersten Augenblick das sicherste Mittel zu sein,  n\u00f6tigen Falles sogleich die erforderlichen Arbeitskr\u00e4fte zur Hand zu  haben. An vielen Orten sind die Spritzen zum Teil den Gewerken \u00fcberwiesen, und diese wetteifern miteinander in Bezug auf P\u00fcnktlichkeit und Ausdauer, und jedes Gewerk setzt eine Ehre darin, das erste auf der Brandstelle zu sein. <br>So viel schon verlautet, d\u00fcrfte auch in unserer  Stadt der Ausf\u00fchrung einer solchen Einrichtung nichts im Wege stehen, und es w\u00fcrden damit f\u00fcr die gute Sache eine gro\u00dfe Anzahl t\u00fcchtiger Kr\u00e4fte gewonnen werden, die, solange sie noch nicht dem Rettungsverein angeschlossen sind, bei den jetzigen Stande der Dinge fast ganz verloren gehen. <br>Was den zweiten Punkt, das Zubringen des Wassers betrifft, so ist diese Verrichtung die beschwerlichste und scheinbar undankbarste, woher es auch kommen mag, dass sie mit so wenig Energie und Ausdauer ausgef\u00fchrt wird. Hierbei w\u00e4ren die m\u00fc\u00dfigen Zuschauer am besten zu gebrauchen, allein kaum gezwungener Weise in die Wassergasse  eingetreten, suchen sie sich so rasch wie m\u00f6glich zu entfernen. <br>Ebenso unzureichend ist die Beschaffung des Wassers mittels der Sturmf\u00e4sser,  nicht etwa deshalb, weil dazu verpflichteten Pferdebesitzer l\u00e4ssig  w\u00e4ren, nein einzig und allein infolge des Mangels an Sch\u00f6pfger\u00e4tschaften und Personen, welche dazu angewiesen sind, die K\u00fcbel zu f\u00fcllen.<br><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"324\" src=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10165\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/2.jpg 500w, https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/2-300x194.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> Die Wasserkunst in der Gr\u00f6perstra\u00dfe <\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Den Knechten ist diese Arbeit am allerwenigsten zuzumuten, da sie  ohnehin schon genug in Anspruch genommen werden und obendrein selten  eine Anerkennung erfahren. <br>So ist denn Wassermangel unvermeidlich und  die Hauptbedingung einer L\u00f6schanstalt bleibt unerf\u00fcllt. Diesem Uebelstande kann nur dadurch abgeholfen werden, dass Personen so viel  Aufopferung besitzen, sich freiwillig zu diesem wichtigen Gesch\u00e4fte zu verstehen. Diese m\u00fcssen dann eine besondere Abteilung unter einem F\u00fchrer bilden und ebenfalls ein \u00e4u\u00dferes Abzeichen erhalten. <br>Vielleicht d\u00fcrfen wir uns bei diesem wichtigen Gesch\u00e4ft der hilfreichen  Handleistung der erwachsenen Z\u00f6glinge des Gymnasiums, der Gewerbe- und Realschule erfreuen. <br>Wichtiger, als alle bisher besprochenen Umst\u00e4nde ist der unserer Stadt eingent\u00fcmliche Wassermangel. Die geringe Menge flie\u00dfenden Wassers kommt nur dem unteren, n\u00f6rdlichen Stadtteile zu gute, w\u00e4hrend die \u00fcbrige Stadt auf Brunnen und Wasserkunst angewiesen ist. <br>Abgesehen davon, dass die bedeutende Tiefe der in den h\u00f6heren  Stadtteilen gelegenen Brunnen f\u00fcr das Feuerl\u00f6schwesen und zwar bei  Anwendung von sogenannten Zubringern nicht eben g\u00fcnstig ist, wenden wir unsere Aufmerksamkeit vorzugsweise auf die Kunst. Wie gering und  unzureichend ihre Leistungen sind, ist allgemein bekannt, und leider ist  bei den Umst\u00e4nden, unter denen sie besteht und arbeitet, n\u00e4mlich Mangel  an Triebkraft, kein g\u00fcnstigeres Resultat zu erzielen. <br>Die Einrichtung  einer Dampfmaschine an ihrer Stelle w\u00fcrde dieser Not auf einmal ein Ende  machen und au\u00dferdem dem Feuerl\u00f6schwesen au\u00dferordentliche Vorteile  gew\u00e4hren, insofern dann jeder aufsteigende R\u00f6hrenteil in den Stra\u00dfen  durch Anschraubung eines Schlauches in einen vortrefflichen Zubringer umgewandelt werden kann. Das Anlagekapital und der j\u00e4hrliche Bedarf an Brennmaterial scheinen jedoch von der Ausf\u00fchrung dieser w\u00fcnschenswerten Verbesserung abzuschrecken. <br>Was das erste betrifft, so wird man sich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter doch zur Ausgabe bequemen m\u00fcssen, und in betreff des letzteren ist es zu erw\u00e4gen, wie mit einer besseren Einrichtung auch ein vielseitigerer Gebrauch und somit ein gr\u00f6\u00dferer pekuni\u00e4rer Ertrag der Maschine selbst verbunden ist, wodurch sich die Heizungskosten hinl\u00e4nglich decken werden; \u00fcberdies bedarf ja die jetzige Maschine im Winter, um sie vor dem Einfrieren zu sch\u00fctzen, ebenfalls der Heizung, was bei Anwendung einer Dampfmaschine in Abrechnung gebracht werden mu\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wasserkunst wurde Anfang des 16. Jahrhunderts in Halberstadt  eingerichtet. Es wurden primitive h\u00f6lzerne Wasserrohre verlegt, die zum  Markte f\u00fchrten. Das Wasser wurde der Holtemme entnommen. Ein Wehr, am  Gr\u00f6pertor, staute Wasser auf und von dort floss es durch einen kleinen  Graben der &#8222;Kunstm\u00fchle&#8220; zu. Innerhalb der M\u00fchle drehte sich ein gro\u00dfer  Wasserrad, das dass Wasser in das Rohrnetz dr\u00fcckte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Gr\u00fcndung der Freiwilligen Feuerwehr Halberstadt<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"346\" height=\"470\" src=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10166\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/3.jpg 346w, https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/3-221x300.jpg 221w\" sizes=\"auto, (max-width: 346px) 100vw, 346px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">L\u00f6schwasserkaupen vor dem Holzmarktbrunnen<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Der Gedanke an die Errichtung einer Freiwilligen Feuerwehr entstand  in Halberstadt bereits 1871. Offensichtlich fehlte es aber an  Aktivisten, die in der Lage waren diese Notwendigkeit in die Tat  umzusetzen. Zwar bestand dem Namen nach schon eine etwa 40 Mitglieder  z\u00e4hlende &#8222;Freiwillige Feuerwehr&#8220; welche aber nicht ausreichend  ausger\u00fcstet und ausgebildet war. Die Stadt unterhielt deshalb ein  Feuerl\u00f6schcorps (Pflichtfeuerwehr). In der Polizeiverordnung f\u00fcr den  Polizeibezirk Halberstadt (Feuerl\u00f6sch-Ordnung) vom 29. September 1874,  wird dieses st\u00e4dtische L\u00f6schcorps vorl\u00e4ufig auf 450 Mann bemessen. Die  Freiwillige Feuerwehr bildete einen Teil der st\u00e4dtischen Feuerwehr. Da eine \u00dcberwachung bzw. Kontrolle der bei den L\u00f6scharbeiten  beteiligten Mannschaften fast ausgeschlossen war und die Entsch\u00e4digungen  f\u00fcr Lohnausfall hoch waren, dass sie zu den wirklichen Leistungen in  keinem Verh\u00e4ltnis standen, wurde die Reorganisation des gesamten  L\u00f6schwesens notwendig. Besonders bei einem Gro\u00dffeuer auf dem  G\u00fcterbahnhof am 14. August 1874 wurden die Missst\u00e4nde deutlich.<br>Es  herrschte bei den Stadtbeh\u00f6rden und bei der B\u00fcrgerschaft nirgends ein  Zweifel dar\u00fcber, dass das Feuerl\u00f6schwesen in unserer Stadt im argen lag,  dass es nicht so bleiben konnte und das nur durch eine allgemeine  Beteiligung der B\u00fcrgerschaft zufriedenstellende Zust\u00e4nde herbeigef\u00fchrt  werden konnte.<br>Ein Aufruf, ver\u00f6ffentlicht in der Halberst\u00e4dter  Zeitung am 22. Oktober 1874, ist gleichzeitig die Geburtsstunde der  Freiwilligen Feuerwehr Halberstadt. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aufruf !<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach Beschluss der Stadtbeh\u00f6rden, soll das Feuerl\u00f6schwesen  reorganisiert werden und in erster Linie eine 205 Mann starke  Freiwillige Feuerwehr gebildet werden. Derselben sind bis jetzt 86  Personen zugetreten. Hauptaufgabe der Feuerwehr ist, bei ausbrechendem  Feuer das Leben und Eigentum unserer Mitb\u00fcrger zu sch\u00fctzen.<br>Soll die  Freiwillige Feuerwehr bei einem etwa ausgebrochenen Feuer zur Abwehr  ger\u00fcstet dastehen, so ist dringend zu w\u00fcnschen, dass sie ihre volle  St\u00e4rke so schnell wie m\u00f6glich erlangt.<br>An unsere in j\u00fcngeren Jahren  stehenden Mitb\u00fcrger ergeht daher die Bitte, unser gemeinn\u00fctziges  Unternehmen durch Beitritt zur Freiwilligen Feuerwehr unterst\u00fctzen zu  wollen. Anmeldungen nehmen die Unterzeichneten gern entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Halberstadt, den 20. Oktober 1874<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"585\" height=\"435\" src=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10167\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/4.jpg 585w, https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/4-300x223.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 585px) 100vw, 585px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Demolir-Abteilung der freiwilligen Feuerwehr zu Halberstadt. Aufgenommen am 20.Oktober 1884 anl\u00e4\u00dflich des 10j\u00e4hrigen Bestehens.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Eine Kommission, bestehend aus Mitgliedern des Magistrats und der \nStadtverordnetenversammlung, sowie der bisherigen Freiwilligen Feuerwehr\n wurde gebildet. Diese beriet den Entwurf einer neuen Feuerl\u00f6schordnung.\n Weitere Beratungen zwischen Vertretern der bisherigen Freiwilligen \nFeuerwehr und dem vom Magistrat ernannten Brandinspektor f\u00fchren zu dem \nBeschluss, die bisherige Freiwillige Feuerwehr aufzul\u00f6sen, aus den \nMitgliedern derselben sowie den zahlreich angemeldeten Einwohnern der \nStadt eine neue Freiwillige Feuerwehr zu bilden und die Leitung dem \nst\u00e4dtischen Brandinspektor zu \u00fcbertragen. In Ausf\u00fchrung dieses \nBeschlusses fand am 20. Oktober die erste Generalversammlung statt, in \nder die Wahl der F\u00fchrer uns Stellvertreter der einzelnen Abteilungen \nsowie der Rohrf\u00fchrer und die Bildung der Bekleidungskommission \nbeschlossen wurde.<br> Unter \u00a7 3 der Statuten wurde festgelegt:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Die Freiwillige Feuerwehr besteht aus:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>a. einer Spritzenabteilung<\/li>\n\n\n\n<li>b. einer Wasser- Transportabteilung<\/li>\n\n\n\n<li>c. einer Steiger- und Rettungsabteilung<\/li>\n\n\n\n<li>d. einer Demolierabteilung<\/li>\n\n\n\n<li>e. einer Wacht- und Absperrabteilung&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Am 9. November fand die zweite Generalversammlung statt. Es wurde beschlossen:<br>&#8222;F\u00fcr  s\u00e4mtliche Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Joppen von graubraunem  Tuche, schwarz lackierte mit einem rothen Streifen versehene Lederhelme,  sowie schwarz und roth gestreifte Hanfg\u00fcrtel, f\u00fcr die Mannschaften der  Wassertransportabteilung schwarze Lederg\u00fcrtel und f\u00fcr die F\u00fchrer,  Steiger und Demoliermannschaften die n\u00f6thige Ausr\u00fcstung an Beilen,  Aexten, Leinen, Laternen u.s.w. zu beschaffen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die weitere Entwicklung<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"312\" src=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/5.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10168\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/5.jpg 500w, https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/5-300x187.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Mannschaft sitzend auf der Pferdespritze vor dem Depot Krebsschere im Jahre 1905.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Neben der Freiwilligen Feuerwehr wurde auch eine st\u00e4dtische  Pflichtfeuerwehr neu gegr\u00fcndet. Diese bestand aus 138 Mann. Die  Bekleidung bestand auch braunen Segeltuchjoppen. Nach und nach stieg die  Zahl der freiwilligen und Pflichtfeuerwehrleute auf \u00fcber 400 Mann an.  Dabei muss man bedenken, dass allein zur Heranschaffung des L\u00f6schwassers  mittels Eimerkette 140 Mann ben\u00f6tigt wurden. Im Jahre 1878 wurde im Hof  der H\u00f6heren T\u00f6chterschule am Domplatz, wo sich auch die Spritzenh\u00e4user  und das Feuerwehrdepot befanden, der erste Steigerturm erbaut. 188o  siedelte das Depot nach dem Grundst\u00fcck Taubenstra\u00dfe &#8211; Gr\u00f6perstra\u00dfe  (heute bei den Spitzen) um, wo ein neues Spritzenhaus errichtet worden  war. Im Sommer 1882 wurde die st\u00e4dtische Wasserleitung in Betrieb  genommen, aus der Wassertransportabteilung wurde die Hydrantenabteilung.  Am 1. Juli 1884 wurde die erste feuerwache am Rathaus eingerichtet, die  von morgens bis abends durch drei Mann der Freiwilligen Feuerwehr  besetzt war. Der Feuerw\u00e4chter hatte eine Wachstube auf dem Martiniturm.  1890 wurde die erste mechanische Leiter mit einer Steigh\u00f6he von 15 m  beschafft. 1894 wurden die Spritzenh\u00e4user auf dem Domplatz abgebrochen  und daf\u00fcr das neue Feuerwehrdepot mit Steigerturm am Marstall in der  Krebsschere eingerichtet.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"337\" src=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/6.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10169\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/6.jpg 500w, https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/6-300x202.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ausbildung auf dem Gel\u00e4nde des Depots Krebsschere im Jahre 1906.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Auch die Ger\u00e4tschaften der Pflichtfeuerwehr, welche bis dahin auf dem  Hof der Oberst\u00e4dtischen Volksschule standen, wurden hierher \u00fcberf\u00fchrt.  Als die Freiwillige Feuerwehr 1899 ihr 25j\u00e4hriges Jubil\u00e4um feierte, z\u00e4hlte sie 230 Mitglieder. Die Pflichtfeuerwehr war inzwischen aufgel\u00f6st wurden. !905 wurde die Freiwillige Feuerwehr in vier L\u00f6schz\u00fcge eingeteilt und 1909 wurde eine &#8222;Erste Alarmbereitschaft&#8220; geschaffen. Diese bestand aus zwei F\u00fchrern und sechs Mann. Sie stand f\u00fcr den ersten Angriff bei Gro\u00dffeuern bereit.<br>Zur selben Zeit wurden die ersten 9 automatischen Feuermelder angelegt, deren Zentrale sich in der Polizeiwache befand. 1910 wurde die erste Dampfspritze und eine mechanische Leiter mit einer Steigh\u00f6he von 23 Metern beschafft. Beide aber immer noch f\u00fcr Pferdebespannung eingerichtet. Von den vielen Gro\u00df-, Mittel- und Kleinfeuer, welche die Feuerwehr zu l\u00f6schen hatte, sei hier nur der Brand des Schuhhofes am 3. April 1903 erw\u00e4hnt. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Auswirkungen des 1. Weltkrieges<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"348\" src=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/7.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10172\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/7.jpg 450w, https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/7-300x232.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Von der Berufsfeuerwehr wurde auch der Krankentransport durchgef\u00fchrt.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>In den Jahren kurz vor dem 1. Weltkrieg wurde die Berufsfeuerwehr \nweiter vervollst\u00e4ndigt. Ein Oberbrandmeister, ein Brandmeister, zwei \nOberfeuerwehrm\u00e4nner und 14 Feuerwehrm\u00e4nner wurden hauptamtlich \nangestellt. Verantwortlicher Leiter der Berufsfeuerwehr war Brandmeister\n Dipl.-Ing. Isnenghi. Neben dem Feuerwehrdienst werden auch s\u00e4mtliche \nKrankentransporte ausgef\u00fchrt. Der Berufsfeuerwehr oblag die gesamte \nUnterhaltung der Ger\u00e4te, Pr\u00fcfung der Feuermelder, Kontrolle \u00f6ffentlicher\n Geb\u00e4ude auf Feuersicherheit u.s.w.. Feuersicherheitswachen f\u00fcr das \nTheater und sonstige Veranstaltungen wurden in Gemeinschaft mit der \nFreiwilligen Feuerwehr gestellt.<br>Der Weltkrieg 1914\/18 unterbricht \ndie in Aussicht genommene Entwicklung des Feuerl\u00f6schwesens \n(Kraftfahrzeugbetrieb) zu einem Zeitpunkt, an dem die Schlagkraft der \nFeuerwehr durch die begonnene Automobilisierung auf den zu dieser Zeit \nh\u00f6chstm\u00f6glichen Stand gebracht werden sollte.<br>Die Nachwirkungen des \nKrieges und die politische Zerrissenheit unseres Volkes in den \nNachkriegsjahren wirkten sich leider auch bei der Freiwilligen Feuerwehr\n aus. Wie alle anderen Verb\u00e4nde, hat auch die Feuerwehr eine Reihe von \nKameraden als Opfer des Krieges verloren. Ihrem Andenken galt eine \nEhrentafel auf der Feuerwache. Der Mannschaftsbestand ging nach dem \nKrieg weiter zur\u00fcck und verschiedene andere Umst\u00e4nde lie\u00dfen auch die \nDienstfreudigkeit der \u00fcbrigen Mitglieder erlahmen.<br>Die Schlagkraft \nund er weitere Bestand der Freiwilligen Feuerwehr wurde dadurch \nernstlich gef\u00e4hrdet. Die verschachtelte Bauart der meist \u00e4lteren Geb\u00e4ude\n in der Altstadt waren dem Auswachsen dort entstehender Schadenfeuer zu \nGro\u00dfbr\u00e4nden \u00e4u\u00dferst g\u00fcnstig. Richtig eingesch\u00e4tzt wurde, wenn keine \ngen\u00fcgend starke L\u00f6schhilfe vorhanden ist, k\u00f6nnen unter Umst\u00e4nden ganze \nStra\u00dfenz\u00fcge durch Feuer vernichtet werden. Deshalb konnte in Halberstadt\n auf eine starke, gut ausger\u00fcstete und ausgebildete Freiwillige \nFeuerwehr neben der Berufsfeuerwehr nicht verzichtet werden. Von dieser \nErkenntnis ausgehend, war es besonders der damalige Dezernent des \nst\u00e4dtischen Feuerl\u00f6schwesens, Stadtrat Kapit\u00e4n zur See a.D. Karl Heine, \nder sich der Sache der Freiwilligen Feuerwehr annahm, als der verdiente \nBranddirektor Bagemihl 1933 von seinem Amt aus Gesundheitsgr\u00fcnden \nzur\u00fccktrat. Mit Zustimmung s\u00e4mtlicher F\u00fchrer wurde der verantwortliche \nLeiter der Berufsfeuerwehr Isnenghi, auch mit der technischen Leitung \nder Freiwilligen Feuerwehr betraut.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"314\" src=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/8-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10173\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/8-1.jpg 450w, https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/8-1-300x209.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eine Wachschicht der Berufsfeuerwehr Halberstadt um 1920.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>In einer Ver\u00f6ffentlichung der Halberst\u00e4dter Zeitung vom 21. September  1934 hei\u00dft es: &#8222;Bedauerlich ist es, dass sich im Laufe der Jahre die  wirtschaftlich besser gestellten Kreise unserer Stadt fast restlos von  freiwilligen Feuerl\u00f6schdienst zur\u00fcckgezogen haben. W\u00e4hrend fr\u00fcher ein  gro\u00dfer Teil der angesehensten B\u00fcrger der Feuerwehr angeh\u00f6rte, sind es  heute fast nur noch die minderbemittelten Kreise, die ihren Mitmenschen  in Not und Gefahr beistehen und ihr Leben und ihre Gesundheit bei Feuer-  oder Wassernot f\u00fcr die Erhaltung des Eigentums derselben einsetzen.&#8220;  (Anmerkung des Verfassers: &gt;&gt;Welche Parallelen zur heutigen  Zeit!&lt;&lt;) Im Jahre 1934 d\u00fcrfte Halberstadt in bezug auf Zahl und  G\u00fcte der Feuerl\u00f6schger\u00e4te unter den St\u00e4dten der Provinz Sachsen an  erster Stelle gestanden haben. Die Feuerwehr verf\u00fcgte u.a. \u00fcber:<br> 2 Automobilspritzen von 1.500 und 1.800 Liter Wasserlieferung je Minute<br> 2 Anh\u00e4ngemotorspritzen von je 1.000 Liter je Minute<br> 1 tragbare Motorspritze von 400 Liter je Minute<br> 1 Automobil-Drehleiter mit Luftschaumpumpe, 26 Meter Steigh\u00f6he<br> 1 vierr\u00e4drige Drehleiter f\u00fcr Schleppzug, 22 Meter Steigh\u00f6he<br> 2 mechanische Schiebeleitern f\u00fcr Handzug mit 12 bzw. 15 Meter Steigh\u00f6he<br> 1 automobiler Ger\u00e4tewagen<br> 1 automobiler Mannschaftswagen<br> 1 Anh\u00e4ngeger\u00e4t f\u00fcr chemischen Schaum<br> 1 automobilen R\u00fcstwagen mit Herausleger<br> 2 automobile Krankentransportwagen.<br> Im Jahr 1934 musste die Feuerwehr Halberstadt bei folgenden Ereignissen t\u00e4tig werden:<br>  1 Gro\u00dffeuer, 6 Mittelfeuer, 33 Kleinfeuer, 11 blinde Alarme, 5  b\u00f6swillige Alarme, 28 Hilfeleistungen, 1 nachbarliche L\u00f6schhilfe.<br> Die beiden Krankenwagen r\u00fcckten aus: 1.031 Stadtfahrten, 101 \u00dcberlandfahrten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Im Gleichschritt marsch! Die Zeit des Nationalsozialismus<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"319\" src=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/9.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10174\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/9.jpg 450w, https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/9-300x213.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Luftschutz\u00fcbung der Feuerschutzpolizei im Jahre 1938 auf dem Gel\u00e4nde der Gaswerke Halberstadt.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Mit der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialistischen Partei (NSDAP) im \nJahre 1933, begann zielstrebig die Vorbereitung des II. Weltkrieges. \nAuch das gesamte Feuerl\u00f6schwesen wurde in diese Vorbereitung einbezogen.\n Bereits im Dezember 1933 wurde das Feuerl\u00f6schwesen, zun\u00e4chst in Preu\u00dfen\n durch die Ver\u00f6ffentlichung des &#8222;Preu\u00dfischen Feuerl\u00f6schgesetzes&#8220; \nvereinheitlicht und auf eine neue Grundlage gestellt. Die Feuerwehren \nwurden den Ortspolizeiverwaltern unterstellt und zu einer \nPolizeiexekutive f\u00fcr besondere Aufgaben gemacht. Die Eingliederung in \nden nationalistischen Staat wurde mit der Verleihung des \nHoheitsabzeichens an die Feuerwehren besiegelt. Das oberste Ziel im \n&#8222;Gesetz \u00fcber das Feuerl\u00f6schwesen&#8220; vom 23. November 1938, bestand in der \nSchaffung einer straff organisierten, vom F\u00fchrerprinzip geleiteten, \nreichseinheitlich gestalteten, von geschulten Kr\u00e4ften gef\u00fchrten \nPolizeitruppe (Hilfspolizeitruppe) unter staatlicher Aufsicht. Die \nEinteilung in Berufs-, freiwillige und Pflichtfeuerwehren wurde \naufgehoben. Die bisherige Berufsfeuerwehr wurde zur Feuerschutzpolizei.<br>Ein\n wesentlicher Grundgedanke dieser Neuorganisation bleibt die freiwillige\n Leistung des Feuerl\u00f6schdienstes. Es wurde voll anerkannt, dass ohne die\n freiwilligen Helfer die Aufgaben des Feuerl\u00f6schwesens nicht zu l\u00f6sen \nsind. Die Freiwillige Feuerwehr Halberstadt hatte zu dieser Zeit eine \nSt\u00e4rke von 150 Mann. Sie war in drei L\u00f6schz\u00fcge und eine Altersabteilung \ngegliedert. Die Freiwillige Feuerwehr wurde eine technische \nHilfspolizeitruppe unter staatlicher Aufsicht f\u00fcr Hilfeleistungen und \nbei \u00f6ffentlichen Notst\u00e4nden aller Art. Sie war eine gemeindliche \nEinrichtung und hat im Auftrag des Ortspolizeiverwalters (B\u00fcrgermeister)\n Gefahren durch Schadensfeuer abzuwehren und Luftschutzaufgaben \ndurchzuf\u00fchren. Am Sonntag, den 19. Mai 1940 erfolgte auf dem Sportplatz \nan den Spiegelsbergen, die Vereidigung der Freiwilligen Feuerwehr auf \nden F\u00fchrer des Deutschen Reiches.<br>Mit der Ausbildungsvorschrift f\u00fcr \ndie Feuerwehren, Polizeidienst-Vorschrift Nr. 23 (PVD 23), wurde 1939 \neine einheitliche Gliederung des L\u00f6schzuges festgelegt. Durch die neue \nAusbildung des &#8222;Einheitsfeuerwehrmannes) wurde die aus den Anfangszeiten\n des Feuerwehrwesens stammende Einteilung der Feuerwehr in Steiger-, \nSpritzen-, Demolier-, Wasser- und Absperrabteilung und die damit \nverbundenen einseitige Ausbildung \u00fcberwunden. Die Berufs- und \nFreiwillige Feuerwehr der Stadt Halberstadt mussten nach dem Gesetz eine\n taktische Einheit bilden.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"319\" src=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/10.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10175\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/10.jpg 450w, https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/10-300x213.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> Eine Wachschicht der Feuerschutzpolizei <br>(Berufsfeuerwehr) Halberstadt 1938. <\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Freiwillige Feuerwehr Halberstadt stellte f\u00fcr den Stadtkreis  Halberstadt auch gleichzeitig den Kreisfeuerwehrverband dar. Zum  Kreiswehrf\u00fchrer wurde der Leiter der Berufsfeuerwehr Dipl.-Ing. Isnenghi  durch den Regierungspr\u00e4sidenten ernannt. Diese Funktion \u00fcbernahm nach  ihm der Brandingenieur Sch\u00f6nwald.<br>Zum Aufgabengebiet der Feuerwehren  geh\u00f6rte auch die Anlage von Brunnen, Zisternen und L\u00f6schteichen zur  L\u00f6schwasserversorgung und deren Pr\u00fcfung auf Ergiebigkeit. Durch das  Luftschutzgesetz vom 26.6.1935 war u.a. ein Sicherheits- und Hilfsdienst  (SHD) eingerichtet worden. Unter Ber\u00fccksichtigung der eigenen Aufgaben  wurde das Personal f\u00fcr den Feuerwehrdienst von der \u00f6rtlichen Feuerwehr  gestellt. Von besonderer Bedeutung war w\u00e4hrend des Krieges auch in  Halberstadt die Bereitstellung der notwendigen Mannschaft. Um dieses  Defizit auszugleichen, wurde auch die Hitler-Jugend zum Feuerwehrdienst  herangezogen.<br>Die Hitlerjugendfeuerwehrscharen im  Hitler-Jugend-Streifendienst (so die offizielle Bezeichnung)  unterstanden beim \u00dcbungsdienst und praktischen Einsatz dem  Feuerwehrf\u00fchrer.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Neubeginn<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"247\" src=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/11.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10176\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/11.jpg 450w, https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/11-300x165.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Berufsfeuerwehr Halberstadt im Jahre 1963. <\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Einen Monat nach der sinnlosen Zerst\u00f6rung einer der \u00e4ltesten und \nsicher auch sch\u00f6nsten deutschen St\u00e4dte am 8. April 1945 war der zweite \nWeltkrieg beendet.<br>Die Feuerwehr Halberstadt stand vor einem \nTr\u00fcmmerhaufen. Ein gro\u00dfer Teil der Fahrzeuge, Ger\u00e4te und des \nSchlauchmaterials war den Brandbomben der Anglo-Amerikaner zum Opfer \ngefallen. Die Feuerwache in der Krebsschere war vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt \nworden. Damit war die Berufs- und Freiwillige Feuerwehr ohne Ger\u00e4tehaus.\n Die nichtzerst\u00f6rte Feuerwache der ehemaligen Junkers-Werke bot \nzumindest eine gute Unterkunft f\u00fcr die Feuerwehr.<br>Die Situation bei \nKriegsende und die sich abzeichnenden politischen Ereignisse, f\u00fchrten zu\n einer wesentlichen Schw\u00e4chung der Feuerwehren. Nach 1945 wurde viele \nehemalige Angeh\u00f6rige der Berufsfeuerwehren und der Freiwilligen \nFeuerwehren, wegen ihrer &#8222;Vergangenheit&#8220; entlassen. Der bisherige Leiter\n der Berufsfeuerwehr Halberstadt Sch\u00f6nwald wurde Leiter der Polizei. Die\n Leitung der Berufsfeuerwehr \u00fcbernahm Herr Keiger.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"244\" src=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/12.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10177\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/12.jpg 450w, https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/12-300x163.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Feuerwache ehemalige Junkerswerke 1960.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die wirtschaftlichen Probleme in der Sowjetischen Besatzungszone  (SBZ) erschwerten die Arbeit der Feuerwehren sehr. Auszugsweise ein  Rundschreiben der Landesregierung von Sachsen-Anhalt:<br><br>Landesregierung Sachsen-Anhalt Halle\/Saale, den 16.12.1949, Ministerium des Innern, Landesbrandschutzamt.<br><br>Rundschreiben Nr. 113<br>An s\u00e4mtliche Brandschutz\u00e4mter und die Landesfeuerwehrschule<br>Betr.: Einschr\u00e4nkung des Kraftstoffverbrauchs infolge geringer Zuteilung. &#8222;Zwecks Kraftstoffersparnis wird mit sofortiger Wirkung  angeordnet, dass Tag\u00fcbungen mit motorisierten Ger\u00e4ten nicht mehr  abgehalten werden d\u00fcrfen.&#8220;<br>i.A. gez. Kohlmann, Kommandeur<br><br>Bereits 1949 wurde in der SBZ eine Zentralisierung des Brandschutzes  angestrebt. Die bis dahin bestehenden l\u00e4nderspezifischen Unterschiede  bei den Feuerwehren wurden durch Dienstanweisungen der DVI (Deutsche  Verwaltung des Innern) f\u00fcr die SBZ einheitlich festgelegt. Die in der  sowjetischen Zone angeordnete Zentralisierung des operativen Einsatzes  der Feuerwehren hatte auch f\u00fcr die Stadt Halberstadt Konsequenzen. Am  14. Februar 1949 erfolgte die \u00dcbergabe der Berufsfeuerwehr Halberstadt  an das Land Sachsen-Anhalt.&nbsp;<br><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"333\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/13.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10178\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/13.jpg 333w, https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/13-208x300.jpg 208w\" sizes=\"auto, (max-width: 333px) 100vw, 333px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Einsatz\u00fcbung auf dem Fischmarkt 1964.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Im Rahmen einer kurzen Feierstunde, wurde die aus 28 Mann bestehende  Berufsfeuerwehr aus dem Stadtverband Halberstadt ausgegliedert und  durch die Landesregierung \u00fcbernommen. Oberb\u00fcrgermeister Bordach und  Stadtrat Wendel w\u00fcrdigten die gute Arbeit der Wehr.  Landesbrandschutzdirektor M\u00fcller, der die Wehr f\u00fcr das Land  Sachsen-Anhalt \u00fcbernahm, betonte, dass die Halberst\u00e4dter Berufsfeuerwehr  zwar klein an Zahl, aber musterg\u00fcltig in jeder Beziehung sei. Das  neugebildete Stadtbrandschutzamt Halberstadt bekam die Kreis\u00e4mter der  Kreise Oschersleben, Wernigerode und Blankenburg mit 144 Wehren und 142  motorisierten Ger\u00e4ten zugeteilt. Auch die Betriebs- und Freiwilligen  Feuerwehren der Stadt und der Kreise unterstanden dem Brandschutzamt  Halberstadt.<br> Mit der Ausgliederung der Berufsfeuerwehr Halberstadt  aus dem Stadtverband und die damit verbundene Angliederung an die  Polizei war die Wehr fortan der Hauptabteilung Feuerwehr, der  Hauptverwaltung der Deutschen Volkspolizei unterstellt und damit  Bestandteil des Sicherheits- und Ordnungssystems der DDR. Die F\u00fchrung  der Polizei war bem\u00fcht, die eigenst\u00e4ndige Rolle der Feuerwehr zu  verdr\u00e4ngen. Der Krankentransport wurde wieder ausgegliedert und dem DRK  \u00fcbergeben. Die Feuerwehrangeh\u00f6rigen erhielten einen milit\u00e4rischen Dienstgrad. <\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Verwaltungsreform 1952 kam es zur Aufhebung des Status quo \nante unserer Stadt als kreisfreie Stadt. Im Ergebnis dieser Reform wurde\n der Kreis Halberstadt gebildet. Bei allen Volkspolizei-Kreis\u00e4mtern \nwurden sodann Abteilungen Feuerwehr gebildet und die noch bestehenden \nKommandos Feuerwehr personell weiter verst\u00e4rkt. Anfang der 50er Jahre \nbeginnt die Ausr\u00fcstung der Feuerwehren mit genormten L\u00f6schfahrzeugen aus\n DDR-Produktion. Es sind L\u00f6schfahrzeuge vom Typ H3A der VEB \nFahrzeugwerke &#8222;Ernst Grube&#8220; in Wildau. Ab 1953 wurden L\u00f6schfahrzeuge \nLF-TS8 vom Typ Granit 30K im VEB IFA-Lastwagen- und Motorenwerke in \nZittau produziert. Ab 1968 pr\u00e4gen zunehmend Feuerwehrfahrzeuge des Typs \nW50 des VEB IFA-Automobilwerke Ludwigsfelde, das Bild der Feuerwehren.<br> 1962 erfolgte der Umzug in das als &#8222;Kreisl\u00f6schbereitschaft&#8220; neuerrichtete Geb\u00e4ude in der Theaterstra\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p>In den 70er und 80er Jahren war die Abteilung Feuerwehr mit dem  Kommando Feuerwehr (Berufsfeuerwehr) hinsichtlich spezieller Aufgaben im  Brandschutz sowohl f\u00fcr die Stadt als auch f\u00fcr den Landkreis Halberstadt  zust\u00e4ndig. So r\u00fcckte das Kommando Feuerwehr mit seinem L\u00f6schzug sowie  Spezialtechnik in den Landkreis Halberstadt und auf Anforderung in die  angrenzenden Landkreise aus. F\u00fcr besondere brandgef\u00e4hrdete Objekte  wurden Einsatzpl\u00e4ne erstellt, die auch die Alarmierungsreihenfolge  enthielten.<br>Eine besondere Bedeutung wurde in diesen Jahren der  staatlichen Kontrollt\u00e4tigkeit auf dem Gebiet des vorbeugenden  Brandschutzes in Industrie, Handel, Verkehr und Landwirtschaft  zugeschrieben. Durch Instrukteure der Abteilung Feuerwehr und besonders  ausgebildeten Angeh\u00f6rigen der Freiwilligen Feuerwehren wurden diese  Brandschutzkontrollen organisiert und durchgef\u00fchrt. Die Massenkontrollen  in Wohnst\u00e4tten wurden regelm\u00e4\u00dfig zur Brandschutzwoche im Oktober  durchgef\u00fchrt. Das vorbeugende Gespr\u00e4ch bei diesen Kontrollen kam bei den  B\u00fcrgern gut an. Eine gute Arbeit leisteten die Feuerwehrangeh\u00f6rigen  ebenso auf dem Gebiet der Brandschutzerziehung und Brandschutzaufkl\u00e4rung  bei Kindern und Jugendlichen. Die in den Schulen gebildeten  Arbeitsgemeinschaften &#8222;Junger Brandschutzhelfer&#8220; wurden in der Regel  durch Feuerwehrangeh\u00f6rige angeleitet.<br>Die Brandstatistik der  damaligen Jahre zeigt, dass die Bem\u00fchungen zur Erh\u00f6hung der  Brandsicherheit und der dabei erreichte Stand nicht zu untersch\u00e4tzen  sind.<br>Ausgezeichnete Leistungen erbrachten die Angeh\u00f6rigen des  Kommandos Feuerwehr Halberstadt auch bei sportlichen Ausscheiden auf  Kreis-, Bezirks- und Landesebene in den Disziplinen L\u00f6schangriff,  100m-Feuerwehrstaffette und 4x100m-Feuerwehrstaffette. Bei der  Bestenermittlung der Kommandos Feuerwehr im Bezirk Magdeburg waren die  Halberst\u00e4dter oft an der Spitze zu finden.<br>Nach dem Willen des  Ministeriums des Innern der DDR sollten weitere Kommandos Feuerwehr  (Berufsfeuerwehren) aufgel\u00f6st werden. So auch die beiden Kommandos in  Halberstadt und Wernigerode. In erster Linie wegen der miserablen  wirtschaftlichen Lage und in Untersch\u00e4tzung der tats\u00e4chlichen Situation  vor Ort w\u00e4re zum 31.12.1989 das Kommando in Halberstadt aufgel\u00f6st worden  und die gesamten Aufgaben dann der Freiwilligen Feuerwehr \u00fcbertragen  worden. Weder waren die Wehrmitglieder darauf vorbereitet, noch verf\u00fcgte  die Wehr \u00fcber die personellen und materiellen Voraussetzungen.  Fachleute vor Ort, haben davor gewarnt, dass mit dieser unsinnigen  Ma\u00dfnahme das Sicherheitsniveau f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung und Einrichtungen der  Stadt und des Landkreises wesentlich sinken wird.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Feuerwehr wieder in der Gesamtverantwortung der Stadt Halberstadt (Von der politischen Wende bis heute)<\/h3>\n\n\n\n<p>&nbsp;Der Sommer 1989 leitete das letzte Kapitel der Feuerwehren in der  DDR ein. Die sich von Tag zu Tag zuspitzende politische Situation und  die wirtschaftliche Lage erforderten Ver\u00e4nderungen, die durch die  Veranstaltungen und Zusammenk\u00fcnfte der B\u00fcrgergruppen zum Ausdruck  gebracht worden sind. Das gesamte Sicherheits- und Ordnungssystem der  Staatsf\u00fchrung wurde aufgeboten, um diesen Forderungen energisch und  gewaltsam Einhalt zu bieten. Es bestand die Gefahr, dass auch die  Feuerwehren in dieses Unterdr\u00fcckungssystem eingebunden und ihrem  humanistischen Grundanliegen zuwider, gegen Menschen eingesetzt werden  k\u00f6nnte. Die Polizeif\u00fchrung wollte Tankl\u00f6schfahrzeuge der Feuerwehr als  Wasserwerfer gegen B\u00fcrger einsetzen. Um dies zu verschleiern wurde der  Befehl ausgegeben, den Schriftzug FEUERWEHR auf den Fahrzeugen  abzukleben. In Ermangelung geeigneter Materialien wurde daf\u00fcr Tapete und  Heftpflaster verwendet. Zum Gl\u00fcck kam es in Halberstadt nicht zum  Einsatz dieser Fahrzeuge. In der Wendezeit begann ein wechselvoller,  ereignis- und entscheidungsreicher Abschnitt. In dieser Zeit des  Umbruches gab es viele neue Ideen, Gedanken und Vorschl\u00e4ge. So gab es  Vorstellungen, dass Prinzip &#8222;Rettung aus einer Hand&#8220;  umzusetzen, in dem Feuerwehr, Rettungsdienst, Leitstelle und  Feuerwehrtechnische Zentrale am Standort der Feuerwehr Halberstadt  untergebracht werden sollten. Diese, sicher mit vielen r\u00e4umlichen  Problemen verbundene Zusammenlegung endete mit dem Um- und Neubau der  Feuer- und Umweltwache Halberstadt. Verantwortliche des damaligen  Landkreises Halberstadt waren an einer gemeinsamen L\u00f6sung nicht  interessiert und vernachl\u00e4ssigten die Synergieeffekte, welche sich  zweifelsfrei ergeben h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die neuen Ideen, das Vergangene, aber auch die Aussprachen und \nBeratungen f\u00fchrten zur Hauptforderung &#8211; der Losl\u00f6sung der \nBerufsfeuerwehr von der Polizei.<br>Zaghaft, aber immer sichtbarer, \nbegann sich dieser Weg abzuzeichnen. Durch das Ministerium des Innern \nwurden im Januar 1990 die milit\u00e4rischen Dienstgrade f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen \ndes Organs Feuerwehr abgeschafft und durch feuerwehrtypische ersetzt. \nNach den ersten freien Kommunalwahlen im Mai 1990 erfolgten die ersten \nGespr\u00e4che \u00fcber die zuk\u00fcnftige Gestaltung des Brandschutzes in der Stadt \nHalberstadt mit dem B\u00fcrgermeister Mathias Gabriel. Im Ergebnis erfolgte \ndie \u00dcbernahme von 23 hauptberuflichen Wehrm\u00e4nnern durch die Stadt \nHalberstadt. B\u00fcrgermeister Gabriel \u00fcbernahm symbolisch in einer kurzen \nFeierstunde die Angeh\u00f6rigen der Wache und w\u00fcnschte ihnen f\u00fcr die \nverantwortungsvollen Aufgaben viel Erfolg. Zum Leiter des neu gebildeten\n Brandschutzamtes wurde Harald B\u00f6er bestellt. Er war federf\u00fchrend an der\n Erarbeitung eines Brandschutzkonzeptes f\u00fcr die Stadt Halberstadt \nbeteiligt.<br>Weiterhin galt es, die beruflichen und die freiwilligen \nFeuerwehrkr\u00e4fte zu einer Feuerwehr zusammenzuf\u00fchren. Satzungen, \nDienstanweisungen und Ausr\u00fcckbestimmungen mussten erarbeitet und \nbeschlossen werden.<br>An dieser Stelle w\u00e4hre einzuflechten, dass die \nfreiwilligen Angeh\u00f6rigen der Feuerwehr auch in der Umbruchszeit ihren \nMann gestanden und damit viel zur Gew\u00e4hrleistung der Brandsicherheit in \nder Stadt beigetragen haben. Nach einem starken Abgang von Kameraden \ninsbesondere durch Wegzug, hat sich nunmehr der Personalbestand wieder \ngefestigt. Mit dem Stadtkommando der Freiwilligen Feuerwehr ist ein \nBeratergremium geschaffen worden, in dem alle Abteilungen der Feuerwehr \nund die zust\u00e4ndigen Stellen der Stadtverwaltung vertreten sind.<br>Mit \nder Eingemeindung von Emersleben (1995) und Klein Quenstedt (1996) \nbestehen zwei weitere Ortsfeuerwehren, welche im Bedarfsfall das \nHilfeleistungspotenzial f\u00fcr die Stadt bilden.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"304\" src=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/14.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10179\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/14.jpg 450w, https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/14-300x203.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> Die Feuer- und Umweltwache Halberstadt heute. <\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Am 22. November 1997 erfolgte der erste Spatenstich f\u00fcr den Um- und  Ausbau der Feuer- und Umweltwache in Halberstadt am alten Standort, Am  Breiten Tor&nbsp;2.<br>Trotz der Bauma\u00dfnahmen wurde der laufenden Betrieb der Wache und die uneingeschr\u00e4nkte Einsatzbereitschaft jederzeit gew\u00e4hrleistet.  Die Feuerwehrangeh\u00f6rigen legten kr\u00e4ftig mit Hand an und leisteten viele  unbezahlte Stunden. Das was geschaffen wurde ist funktionelle und  entspricht dem heutigen Standart f\u00fcr Feuerwehrh\u00e4user. In den Bereichen  Funk-, Ger\u00e4te-, Atemschutz- und Feuerl\u00f6scherwerkstatt f\u00fchren die  hauptberuflichen Mitarbeiter Reparatur- und Wartungsarbeiten an der  Feuerwehrtechnik aus. Auch alle Fahrzeuge und Anh\u00e4ngeger\u00e4te der  Feuerwehr Halberstadt werden durch sie Instand gehalten und gewartet.  Das hilft Kosten sparen und unterst\u00fctzt die Ausbildung an der immer  komplizierter werdenden Feuerwehrtechnik.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"306\" src=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/15.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10180\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/15.jpg 450w, https:\/\/www.feuerwehr-halberstadt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/15-300x204.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> Kindergartenf\u00fchrung durch Hauptbrandmeister Frank Poerschke.  <\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>&#8222;Vorbeugen ist besser als L\u00f6schen&#8220;, dieser alte Grundsatz hat nach wie vor seine Bedeutung und wird bei der Feuerwehr sehr ernst genommen.  Ob bei der Mitwirkung im Baugenehmigungsverfahren oder der  Brandverh\u00fctungsschau, bei der Erziehung der Kinder und Jugendlichen zum  brandschutzgerechtem Verhalten oder der Erwachsenenqualifizierung auf  dem Gebiet des vorbeugenden Brandschutzes, der Bereich vorbeugender  Brand- und Gefahrenschutz sowie \u00d6ffentlichkeitsarbeit stellt sich jeder Aufgabe.<br>Im Zuge der Gemeindegebietsreform Sachsen-Anhalt wurden die  Orte Aspenstedt, Athenstedt, Langenstein, Mahndorf, Sargstedt und  Str\u00f6beck in die Stadt Halberstadt eingemeindet womit auch die  Ortsfeuerwehren dieser Orte zur Feuerwehr Halberstadt geh\u00f6ren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hauptberufliche Wachbereitschaft wird zur Berufsfeuerwehr<\/h3>\n\n\n\n<p>Mit Stadtratsbeschluss vom 27.11.2025 wurde die Hauptberufliche Wachbereitschaft mit Wirkung zum 01.01.2026 zur Berufsfeuerwehr. Mit diesem richtungsweisenden Beschluss schafft die Stadt Halberstadt die Grundlage f\u00fcr eine zukunftssichere, leistungsstarke und professionell aufgestellte Gefahrenabwehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entscheidung hilft den steigenden Anforderungen im Brandschutz Rechnung zu tragen und st\u00e4rkt zugleich die Einsatzf\u00e4higkeit der Feuerwehr Halberstadt. Durch die Umwandlung der Hauptberuflichen Wachbereitschaft in eine Berufsfeuerwehr soll die Feuerwehr sichtbarer und attraktiver f\u00fcr potentielle Bewerber werden und bestehendes Personal halten. Die kontinuierliche Einsatzbereitschaft wird somit nachhaltig gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der &#8222;Feuerrettungsverein&#8220; zu Halberstadt &#8222;Nachdem der seit dem Jahre 1814 hierselbst bestehende Feuerrettungsverein, welcher die Rettung von Menschen und Effekten aus den in Brand geratenen Geb\u00e4uden zum Zwecke hat, in der am 14. 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