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Die Freiwilligen Feuerwehren Langenstein und Halberstadt sowie die hauptberufliche Wachbereitschaft der Kreisstadt rückten am 14.05. gegen 04.00 Uhr zum Löscheinsatz aus. An der Straße zwischen Mahndorf und Ströbeck stand ein Strohlager lichterloh in Flammen. Insgesamt 21 Feuerwehrleute kamen dort zum Einsatz. Der sei sehr zeitaufwändig gewesen, weil die Reste des Strohlagers gründlich auf Glutnester abgesucht und diese gelöscht werden mussten, informierte Einsatzleiter Thomas Dittmer von der Freiwilligen Feuerwehr Halberstadt. Dafür wurden mit einem Löschwagen fast 30.000 Liter Wasser von der Holtemme geholt. Gegen 11.40 Uhr war das Feuer gelöscht. Die Brandursache ist noch unklar. Der Schaden beläuft sich auf etwa 1.200 €
Quelle: Volksstimme
Mindestens 150m³ Müll brannten am Freitagabend gegen 20.15 Uhr auf dem Gelände eines Wertstoffhandels am August-Heine-Weg.
Wie die Polizei mitteilte, war ein Container aus bisher ungeklärter Ursache in Flammen aufgegangen. Das Feuer erfasste
anschließend einen großen Müllberg.
Welche Stoffe in Brand gerieten, war zunächst nicht klar. Vorsichtshalber wurde das
Löschwasser aufgefangen, damit keine giftigen Stoffe in den Boden und die Kanalisation gelangen konnten.
Die Bevölkerung wurde vorsorglich gewarnt, Türen und Fenster zu schließen. Eine Gefahr für die Anwohner bestand zu keiner
Zeit.
40 Einsatzkräfte aus Halberstadt und Langenstein waren bis in die Morgenstunden in Aktion, um den Brand zu löschen.
Dichte stinkende Qualmschwaden zogen durch die Innenstadt. Die Feuerwehrleute konnten nur mit Atemgerät zum Einsatz kommen.
Verletzt wurde niemand.
Quelle: Volksstimme
Am 29.04.2012 gegen 19.13 Uhr wurde ein Brand an dem Vereinsheim des Hundsportvereins an der Kirschallee festgestellt. Aus bisher ungeklärter Ursache war der an das Vereinsheim angrenzende Holzschuppen in Brand geraten. Der Brand konnte von Feuerwehrkräften gelöscht werden, die Brandursachenuntersuchung steht noch aus. Es entstand Sachschaden.
Per Drehleiter musste am 12.04. ein Verletzter von einem Balkon im vierten Stock eines Wohnhauses Unter der Tanne in Halberstadt gerettet werden. Laut Einsatzleitstelle war der Notruf um 13.53 Uhr eingegangen. Da der Mieter sich nicht zu Hause aufhielt, orderte der Rettungsdienst um 14.07 Uhr Verstärkung von der Feuerwehr. Diese rückte sofort mit zwei Fahrzeugen und fünf Kameraden an. Der etwa 30-minütige Einsatz gestaltete sich wegen der dichten Bebauung und mehrerer Bäume als schwierig. Dennoch gelang es, den 51-jährigen Beschäftigten einer Baufirma aus Ditfurt sicher herabzuhieven. Nach Angaben eines seiner Kollegen war der Mann beim Übersteigen einer Balustrade umgeknickt und etwa einen Meter tief gefallen. Er konnte nicht mehr allein aufstehen.
Quelle: Volksstimme
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Einen nicht alltäglichen Einsatz erlebte gestern die Feuerwehr Halberstadt. Im Geldautomatenraum der HypoVereinsbank im
Stadtzentrum saß ein Biber. Die Tierretter fingen den verängstigten Nager ein.
Kurz vor 6 Uhr klingelte in der Feuerwache
Halberstadt das Telefon. Ein Bürger bat um Hilfe. "Im Geldautomatenraum der HypoVereinsbank sitzt ein Biber. Das ist kein
Aprilscherz." Thomas Käsebier und Thomas Bothe von der Hauptberuflichen Wachbereitschaft der Feuerwehr schnappten sich
daraufhin einen Katzentransportkäfig und fuhren zur Bank.
"Tatsächlich saß ein ausgewachsener Biber im
Kundenraum", berichtet Jörg Kelle, Chef der Halberstädter Feuerwehr. "Aber ohne EC-Karte", scherzt er. Die beiden
Tierretter mussten sich einen größeren Käfig besorgen, weil das Nagetier nicht in den Katzenkorb passte. Den erfahrenen
Rettern gelang es, das verängstigte Tier einzufangen. In der Feuerwache der Kreisstadt angekommen, musste Hilfe für den Biber
organisiert werden. Erstmal bekam das sichtlich gestresste Tier von den Feuerwehrleuten eine Schale mit Wasser gereicht, die
der Nager sofort annahm. Dann kauerte er sich zusammen, legte sich auf seinen breiten Schwanz und nahm nach der ganzen
Aufregung erst einmal eine Mütze voll Schlaf.
"Wir haben schon seltsame Einsätze gehabt und dabei Störche, Schlangen,
einen Raubvogel und sogar ein Lama in Halberstadt eingefangen. Aber ein Biber, so etwas gab es bisher noch nicht",
resümiert Jörg Kelle. Doch wo soll das Tier hin? In die Natur zurück? Fehlanzeige, denn weder an der Holtemme in Halberstadt
noch am Goldbach sind Biber bislang zuhause. Der Feuerwehrchef setzte sich mit Thomas Dittmer vom städtischen Ordnungsamt in
Verbindung. Der findet für Jörg Kelle Ansprechpartner im Biosphärenreservat Mittelelbe in Dessau-Roßlau, die
Landesreferenzstelle für den Biberschutz. Die Fachleute hörten den Hilferuf aus Halberstadt und holten den Biber persönlich
ab.
Ein großes Rätsel wird wohl bleiben, wie der Biber in den Kundenraum der Bank gelangte. Andreas Berbig, Mitarbeiter des
Biosphärenreservates Mittelelbe und zuständig für den Biberschutz, hat dafür auch keine schlüssige Erklärung. "Man kann
nur spekulieren." Ob das Tier jemand eingefangen habe, um sich mit dem Aussetzen in der Bank einen Scherz zu erlauben,
wolle er nicht so recht glauben. Die Tiere seien schwer einzufangen. Eine andere Möglichkeit wäre, dass sich der Biber in
Privatbesitz befand und sich der Besitzer des Tieres so entledigen wollte.
"Vorkommen des unter strengen Schutz stehenden
Nagers gibt es mittlerweile in Sachsen-Anhalt nicht nur an der Elbe. Auch an der Bode südlich von Ditfurt und auch bei
Nienhagen haben sich Biber angesiedelt", berichtet Andreas Berbig auf Nachfrage der Volksstimme. Der Halberstädter Biber
werde nach einer gründlichen Untersuchung an der Elbe wieder in die Freiheit entlassen.
Übrigens hatten die Halberstädter
Feuerwehrmänner am Sonnabend einen weiteren tierischen Einsatz, wie Jörg Kelle berichtet. Im Umkleideraum der Gärtnerei
"Glücksklee" in der Sternstraße war ein Waschbär eingeschlossen. Der wurde anschließend wieder an der benachbarten
Holtemme ausgesetzt.
Quelle: Volksstimme
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Am 10.03.2012 kam es gegen 12.00 Uhr zu einem Kellerbrand in der Robert Koch Straße. Eine 47 jährige Frau bemerkte starke Rauchentwicklung aus ihrem Keller. Als sie nachschaute, stand ein Wäschetrockner in Flammen. Drei Minuten nach Alarmierung trafen erste Kräfte der Feuerwehr vor Ort ein. Bereits auf der Straße war starke Rauchentwicklung aus zu machen. Der gesamte Keller und Teile des Wohnhauses waren ebenfalls verqualmt. Im Keller standen neben dem Wäschetrockner auch eine Waschmaschine und Einrichtungsgegenstände in Brand. Der vorgehende Trupp konnte das Feuer mit der Schnellangriffseinrichtung innerhalb kürzester Frist liquidieren. Parallel dazu wurde mit einem Hydrolüfter das Haus entraucht. Die Hauseigentümerin wurde durch den Rettungsdienst wegen Rauchintoxikation ins Ameos- Klinikum verbracht. Neben der Wachbereitschaft waren die Ortsfeuerwehr Halberstadt, die Atemschutzüberwachung Langenstein sowie die Polizei im Einsatz. Um 13.07 Uhr waren alle Kräfte wieder auf der Wache.
Schreck in der Abendstunde - 36 Menschen mussten am Mittwoch ihre Wohnungen verlassen. Buntmetalldiebe hatten von einer intakten Gasleitung ein Messingventil abgebaut - und ließen dann das Gas strömen.
"Für das Teil hätten die beim Schrotthändler vielleicht sechs, acht Euro bekommen." Karsten Steffen schüttelt den
Kopf. Was für ein Wert, wenn auf der Gegenseite Menschenleben in Gefahr waren! Der Teamleiter Rohrnetze der Halberstadtwerke
hatte schon häufig mit den Werken der als "Buntspechte" titulierten Metalldiebe zu tun, aber so einen Fall hat er
noch nicht erlebt. Da geht es ihm wie Bodo Fuckert.
Der Feuerwehrmann war am Mittwochabend mit dem fünfköpfigen Trupp der
Wachbereitschaft vor Ort. Nachdem um 19.25 Uhr die Meldung von Gasgeruch in der Augustenstraße in der Wache aufläuft, rückt
das Team aus, nimmt Messungen vor und staunt über den hohen Wert. Wir haben dann rasch mit den Stadtwerkeleuten gemeinsam
entschieden, die Nachbarn in Sicherheit zu bringen , sagt Fuckert. Rettungsfahrzeuge sind inzwischen vor Ort, ebenso die
Polizei.
36 Menschen leben in den Häusern Augustenstraße 4 bis 6 - Familien mit Kleinkind, Rentner, ein Mann im Rollstuhl.
Sie alle werden in den Schulungsraum der Feuerwache gebracht. Dort sind bereits 15 nachalarmierte Kameraden der freiwilligen
Wehr vor Ort, sichern die Bereitschaft ab und kümmern sich um die Menschen - und deren Hunde. Es gibt Tee, Kaffee, Würstchen.
Derweil haben Feuerwehr und Polizei den Bereich abgeriegelt, der Sicherheitsmann an der Betriebszufahrt von VIS wird
informiert, die Spätschicht über einen anderen Weg nach Hause zu schicken. Der Fahrer eines in der Straße parkenden
Lkw wird ausfindig gemacht und gefragt, wann die Standheizung anspringt. Um 5 Uhr , erfahren die Wehrleute. Bis dahin wird
die Gefahr gebannt sein, wissen die Stadtwerke-Mitarbeiter. Gemeinsam mit den Monteuren Mike Bertl und Philip Bliefner kümmert
sich Edwin Ellwanger jr. um das Gasleck. Drei Tiefbauer des Partnerunternehmens ABG graben am Parkplatz neben dem leeren Haus
ein Loch in die Erde, dann wird die Gasleitung zugequetscht. Als weitere Messungen ergeben, dass das Gas sich verzogen hat,
gehen Feuerwehr und Monteure in den Keller. Auf dem Fußboden finden sie ein Zwei-Zoll-Messingventil, abmontiert aus der
Gasleitung. Als die den Kükenhahn abgebaut hatten, haben sie vermutlich gemerkt, dass da Gas ausströmt und das Weite
gesucht , erklärt Karsten Steffen am nächsten Tag das Szenario. Gas ist ja an sich ungefährlich - wenn man richtig
handelt und nicht so einen Blödsinn macht , schimpft der erfahrene Mann.
Die Zuleitung in das leere Haus stammt aus
DDR-Zeiten. Damals gab es weder für jeden Hausanschluss einen Absperrhahn auf der Straße noch sogenannte Strömungswächter.
Die riegeln zum einen sofort die Leitung ab, wenn plötzlich ungewöhnliche Gasmengen durch das Rohr strömen. Zum anderen
läuft in unserer Leitwarte ein Warnsignal auf , erklärt Helmut Bruckert, Leiter Bau und Betrieb Netz bei den Stadtwerken.
Als das Leck geschlossen und die Zuleitung fachmännisch gekappt ist, kehren die Nachbarn in ihre Wohnungen zurück -
mittlerweile ist es 1.30 Uhr. Alle waren sehr besonnen und haben gut kooperiert , lobt Bodo Fuckert die betroffenen
Anwohner, und findet auch lobende Worte für die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken: Das läuft immer super.
Quelle: Volksstimme
Kurz vor 7.30 Uhr kam es am Montag in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses in der Oehlerstraße zu einem Wohnungsbrand. Nach ersten Aussagen soll ein Wasserkocher das Feuer verursacht haben. Eine 50-jährige Frau und ihr 22-jähriger Sohn wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung durch Rettungskräfte behandelt und ins Ameos-Klinikum eingeliefert. Die Feuerwehr löschte den Brand, die Schadenshöhe ist noch nicht bekannt. Die genaue Brandursache wird noch ermittelt.
Quelle: Volksstimme
Gegen 17.30 Uhr befuhr ein 47 jähriger mit seinem PKW die Quedlinburger Straße stadtauswärts. Aus noch ungeklärter Ursache kam
er in Höhe der Maybachstraße von der Fahrbahn ab und fuhr über die Gegenfahrbahn auf den Fußweg. Dort befanden sich zu diesem
Zeitpunkt 2 Personen, welches von dem PKW erfasst und schwer verletzt wurden. In der weiteren Folge fuhr der PKW gegen den
vorgebauten Balkon eines Wohnhauses und blieb dort zwischen Wand und einem Stromverteilerkasten stehen.
Die
Wachbereitschaft übernahm zunächst bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Erstversorgung der drei Schwerverletzten.
Nachrückende Kräfte der Ortsfeuerwehr Halberstadt übernahmen die Verkehrssicherung und die Sicherstellung des Brandschutzes.
Die Verletzten wurden an den Rettungsdienst übergeben. Im Weiteren wurde die Einsatzstelle zur Unfallaufnahme ausgeleuchtet
und nach Beendigung der Arbeiten beräumt.
Im Einsatz waren 5 Fahrzeuge der Feuerwehr Halberstadt mit 18 Einsatzkräften,
2 Notärzte, 3 RTW und 3 Streifenwagen.
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Noch rechtzeitig wird in der Nacht zum Sonntag ein 49-jähriger Bewohner des Hauses Domplatz 46/47 wach. Er bemerkt ein Feuer
und rettet so allen 13 Bewohnern des Hauses vermutlich das Leben.
Um 2.13 Uhr schrecken die Feuerwehrmänner hoch. Alarm! Ein Mittelbrand am Domplatz. Sie rücken aus - die hauptberufliche
Wachbereitschaft, die freiwilligen Feuerwehrleute aus Halberstadt und ein Trupp aus Quedlinburg. Sie rücken mit einem
Hubrettungsfahrzeug an, denn die Drehleiter in Halberstadt ist kaputt. Als sie auf dem Domplatz in Halberstadt eintreffen,
stehen schon aufgeregte Mieter vor dem Haus, in dessen Dachstuhl es brennt. Sie kommen noch in der Nacht bei Freunden unter.
"Von außen sah es erstmal gar nicht so dramatisch aus", erinnert sich Einsatzleiter Bodo Fuckert. Doch das Feuer hat
sich über den ganzen Spitzboden des Hauses ausgebreitet, frisst sich in die darunterliegenden Wohnungen. "Wir bekamen
schlecht Zugang, das Feuer saß in vielen kleinen Nischen. Schließlich gelang der Zugang durch eine schmale Luke, dann hatten
wir endlich den Brand unter Kontrolle."
Zwischendurch, so gibt der erfahrene Feuerwehrmann zu, hatte er Bedenken, ob
seine Leute das Feuer rechtzeitig bezwingen können, bevor es nur noch eine Ruine übrig lässt. Das trockene Holz brennt und
brennt. Aber es gelingt. Auch, weil Fuckert um 3.05 Uhr nachalarmiert. Jetzt ist das Feuer zum Großbrand hochgestuft, die
Gefahr ist groß, auch für die angrenzenden Fachwerkhäuser. Aus Blankenburg rückt ein Trupp mit einer weiteren Drehleiter an,
zusätzlich kommen Kameraden aus den Ortswehren Langenstein, Klein Quenstedt und Emersleben auf dem Domplatz zum Einsatz. 54
Kameraden sind es schließlich, die das Feuer in dem 1580 erbauten Pfarrhaus der Liebfrauengemeinde bändigen. Dazu kommen
Polizei und Sanitäter. Vier Mieter werden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht, sie waren auch gestern
Nachmittag noch dort. Zwei Feuerwehrleute erleiden bei den Löscharbeiten einen Stromschlag, auch sie müssen leicht verletzt
zur Untersuchung ins Krankenhaus.
Die Löscharbeiten dauern bis in den Morgen, die Versorgungsgruppe wird informiert. Die
Frauen und Männer aus den Wehren in Halberstadt, Sargstedt und Quenstedt kommen, reichen den durchnässten Männern Tee,
Brötchen, Bockwurst. Kurz vor halb sechs können die meisten Einsatzkräfte abrücken. Nur Brandwachen sind jetzt noch im Einsatz.
"Um 8 Uhr war der Einsatz offiziell beendet", berichtet Bodo Fuckert. Nachdem Polizei und Feuerwehr alles gemeinsam
mit Wärmebildkameras überprüft haben, steht fest: Keine Glutnester mehr. Die Polizei versiegelt alle Türen, sperrt den Fußweg
vor dem Haus ab. Heute werden sich Fachleute auf Spurensuche begeben, um die Brandursache zu ermitteln.
Quelle: Volksstimme
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Die ersten Tage danach sind überstanden, der Alltag normalisiert sich. Zeit, zum Luftholen für die Brandopfer vom Domplatz. Mit einem Dankeschön wenden sie sich jetzt an die Halberstädter.
Das Pfarrhaus der Liebfrauengemeinde trägt noch die Spuren des großen Brandes, der Anfang Januar in seinem Dachgeschoss tobte.
Die 13 Bewohner sind in anderen Wohnungen untergekommen, froh, gesund zu sein. "Fast auf den Tag genau vor einem Monat ereilte
uns der Schicksalsschlag", sagt Ingo Wasikowski und blickt auf das große graue Fachwerkhaus, in dem er bis zum 8. Januar
wohnte. "Uns hatte das Feuer im Schlaf überrascht, zum Glück sind wir rechtzeitig rausgekommen", berichtet der Halberstädter,
der durch seine Arbeit am Theater vielen Bürgern der Region bekannt ist. Die Wohnung ist komplett unbewohnbar - was nicht ein
Raub der Flammen wurde ist durch das Löschwasser unbrauchbar.
Man sagt, die Zeit heile alle Wunden, den Wasikowskis ist
anzumerken, dass das noch nicht der Fall ist. "Und doch möchten wir auf diesem Wege unsere unendlich große Dankbarkeit zum
Ausdruck bringen. Erst jetzt sind wir halbwegs in der Lage, öffentlich darüber zu sprechen. Aber es muss sein", sagt der
Familienvater. Ihm ist anzumerken, wie wichtig es ihm ist, denn "noch in der derselben Nacht überflutete uns eine Welle der
Hilfsbereitschaft, die ihresgleichen sucht. Angefangen bei der Feuerwehr, über den Krankenstransport und die Aufnahme im
Ameos-Krankenhaus", sagt der Sänger, der seit Wochen mit Frau Amrei und den Söhnen Johannes und Felix in der Gästewohnung
lebt, die die Stadt zur Verfügung stellt. "Danke!", sagt er, sichtlich bewegt.
Die Erinnerungen sind frisch, auch daran,
dass fast die gesamte Domplatznachbarschaft noch am Sonntag ins Krankenhaus kam, um die Familie mit den nötigsten Sachen
auszustatten. "Wir hatten ja nichts bis auf unsere Schlafanzüge, die wir auf dem Leib trugen", erzählt Wasikowski.
Am 8.
Januar waren über 70 Retter am Domplatz im Einsatz. 54 Feuerwehrleute aus Halberstadt, Quedlinburg, Blankenburg, Langenstein,
Klein Quenstedt und Emersleben bekamen nach langem bangen endlich das Feuer im Dach des Fachwerkhauses Domplatz 46/47 unter
Kontrolle, konnten es löschen. Die Schreckensbilder tauchen wieder vor dem geistigen Auge auf, als Ingo Wasikowski
weiterspricht.
Oft wurde ihm gesagt, er müsse sich doch nicht bedanken, "aber gerade dafür muss man danken", sagt er. "In
einer Zeit der Inflation, Arbeitslosigkeit und Existenzangst stellen uns wildfremde Menschen Sachen vor die Tür, legen Kuverts
mit kleinen und großen Spenden in den Briefkasten. Ich kann nicht alles aufzählen, aber vielleicht sollte ich das auch nicht.
Und doch - es bleibt so viel Dankbarkeit zurück".
Erstaunt und tief berührt stellt er fest, dass in den über 20 Jahren nach
der Wende die Halberstädter sich eine Eigenschaft nicht haben kaputt machen lassen - uneigennützig zu helfen, ohne etwas dafür
zu erwarten. "Wir können und wollen uns auf der Bühne dafür bedanken. Wie wir hier sehen, ist nicht nur das Halberstädter
Theater unverzichtbar, sondern auch die ureigensten Eigenschaften, die uns so menschlich machen. Danke Halberstadt und allen
Freunden!"
Quelle: Volksstimme
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